Zai - 7. Buchstabe  des aramäischen Alphabets und zugleich Ziffer 7
Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des aramäischen Kulturerbes

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  1. Stiftung beteiligt sich an Aktivitäten zur Rettung von Mor Gabriel

    Die Stiftung hat sich am 23.11.08 mit folgendem Schreiben an die Religionsbeauftragten und Kulturpolitiker aller Bundestagsfraktionen gewandt:

    "Bitte gestatten Sie, dass wir Sie auf eine akute Bedrohung der Religionsfreiheit und der verbliebenen Möglichkeiten für aramäische Sprache und Kultur in der Türkei hinweisen. Das Kloster Mor Gabriel, letztes bedeutendes geistliches und kulturelles Zentrum der Aramäer bzw. der syrisch-orthodoxen Christen in der Türkei, wird mittels juristischer Schritte in seiner Existenz bedroht. Wenn das gelingt, sind Christentum sowie aramäische Sprache und Kultur im ehemaligen aramäischen Kernland, dem Tur Abdin in der Südosttürkei, endgültig verloren.
    Dieser Vorgang unterstreicht die Notwendigkeit des von der Stiftung verfolgten Zieles, unbedingt in der Diaspora etwas für die Bewahrung dieser außerordentlichen Sprache - der Sprache Jesu- und der sie tragenden Kultur zu tun. Es wäre hilfreich, wenn diese Bedrohung zum Anlass genommen werden könnte, im Bundestag diese Frage zu thematisieren.
    Im Anhang sind zwei in der aramäischen Gemeinschaft kursierende Hilferufe [PDF 1, PDF 2] beigefügt, die die Dramatik des Vorgangs verdeutlichen. Wir stehen für evtl. Rückfragen oder eine Abstimmung jederzeit gern zur Verfügung."

    Im Umfeld des Gerichtsverfahrens zum Kloster Mor Gabriel haben wir Abgeordnete des Bundestages aller Fraktionen, insbesondere die sich mit kulturellen und religiösen Fragen auseinandersetzen, über die aktuelle Lage in Kenntnis gesetzt. Wir haben diese Abgeordneten über die Situation der aramäischen Sprache und Kultur informiert und konnten dann feststellen, dass Abgeordnete aller Parteien sich in verschiedener Weise für Mor Gabriel engagierten.
    Am Gespräch das mit den Vertretern der AKTION MOR GABRIEL, am 9. Dezember 2008 im Auswärtigem Amt stattfand, nahm von Seiten der Stiftung und in Absprache mit der Föderation der Aramäer in Deutschland Herr Seltmann teil.

  2. Kleine Anfrage an die Bundesregierung

    Angeregt durch die Stiftung stellte die Fraktion DIE LINKE am 19.12.2008 eine Kleine Anfrage an die Bundesregierung zur „Situation der 3000 Jahre alten aramäischen Sprache“ (Drucksache 16/11509). Unter folgendem Link http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/115/1611509.pdf finden Sie das Dokument im Internet. Die Antwort der Bundesregierung erfolgte am 9.1.2009 (Drucksache 16/11589), die Antwort der Bundesregierung können sie hier einsehen.

    Aramäische Sprache als wichtiges Kulturgut schützen! unter dieser Überschrift gab Bodo Ramelow, MdB und Religionspolitischer Sprecher der Fraktion DIE LINKE eine Presseerklärung heraus. Den Text können sie hier abrufen.

  3. Workshop "Lehrmethoden und Lehrmaterial" Februar 2009 in Berlin

    Am 21. Februar 2009 richten die Fundatio Nisibinensis e.V. - Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien, das syrisch-orthodoxe Lehrer-Kollegium in NRW und die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes in Berlin einen Workshop zum Thema "Lehrmethoden und Lehrmaterial" aus.
    Das Konzept dafür können sie hier einsehen (PDF-Dokument).

    Wenn sie an diesem Workshop teilnehmen wollen oder uns dazu ihre Ideen und Gedanken mitteilen möchten, können sie uns über die folgende E-Mail Adresse erreichen:
    info@stiftung-aramaeisches-kulturerbe.de

  4. Förderung der 2. Auflage des „Malkuno Zcuro“

    Die Stiftung unterstützt den Druck der zweiten Auflage des „Kleinen Prinzen“ in der von der„ Fundatio Nisibinensis - Gesellschaft zur Förderung Aramäischer Studien e.V.“ besorgten aramäischen Übersetzung mit 2.600,00 €. Mit der Übersetzung des „Kleinen Prinzen“ in Turoyo / Surayt wurde ein wichtiger Weg zur Bewahrung unserer Sprache beschritten. Das findet die volle Unterstützung der Stiftung.

  5. Aufruf zur Sammlung aramäischsprachiger Geschichten, Reime, Spiele usw. aus der Kindheit und für Kinder

    Die Stiftung regt an, durch eine Sammlung von Texten, Geschichten, Gedichten, Reimen, Liedern und Spielen für Kinder dazu beizutragen, dass dieses wichtige Kulturgut der Suryoye erhalten und bewahrt wird. Die Sammlung soll gedruckt und veröffentlicht werden und damit auch eine Grundlage für die Vermittlung unserer Kultur und Traditionen an die künftigen und jetzt heranwachsenden Kinder in der Familie, in der Gemeinde und in der Kindertagesstätte bieten.

    Die Stiftung hat einen Aufruf an alle Suryoye, ihre Gemeinden und Vereine vorbereitet, für den sie sich u.a. um die Unterstützung durch Bischof Aydin bemüht.

    [Aufruf zur Sammlung…>> ]

  6. Förderung eines Wettbewerbs und von Projekten für Kinder und Jugendliche

    Der von der Stiftung in Berlin ausgeschriebene Kinder- und Jugendwettbewerb zur Beschäftigung mit der aramäischen / syrischen Kultur und Geschichte sowie mit der Integration der Aramäer /Suryoye in Deutschland hat leider nicht die erhoffte Resonanz gefunden und konnte daher nicht durchgeführt werden. Die Stiftung erwägt, den Wettbewerb zu einem späteren Zeitpunkt für alle aramäischen Gemeinden in Deutschland auszuschreiben.

    [Wettbewerbsaufruf >> ]

    Die von der Stiftung vorgeschlagene Erarbeitung von Chroniken der aramäischen Familien, die die Ursachen und den Verlauf der Zuwanderung nach Deutschland sowie die Integration und Entwicklung der Familien in der neuen Heimat dokumentieren sollen, bedarf einer längeren Vorbereitung, als ursprünglich angenommen. Vor allem geht es darum, die Bereitschaft der Familien zu wecken, über sich und ihre Geschichte zu sprechen.

  7. Wissenschaftliche Arbeiten an der aramäischen Sprache

    Die Stiftung h ält den baldigen Beginn wissenschaftlicher Arbeiten an der aramäischen Sprache für unabdingbar, um die Grundlagen für die Erarbeitung von Lehrmaterialien und für die Ausbildung von Lehrkräften zu schaffen. Sie hat sich an die Semitistik-Institute der Universitäten Erlangen und Nürnberg gewandt und die Wiederaufnahme eines Turoyo - Wörterbuchprojekts mit DFG-Förderung angeregt.

    Gemeinsam mit den Vertretern beider Institute hat die Stiftung im Januar 2008 im Bundesministerium für Bildung und Forschung Möglichkeiten einer Unterstützung der Forschung an der aramäischen Sprache durch das Ministerium ausgelotet. Solche Möglichkeiten bestehen in der Durchführung von Forschungsprojekten im europäischen Rahmen, was einem europäischen Ansatz bei der Bewahrung und Förderung des Aramäischen entgegenkommt. Die Stiftung ist bemüht, die Entwicklung und Einreichung solcher Projekte durch weitere Universitäten anzuregen.

    [weiterlesen >>]

    Zugleich ist die Vergabe von Stipendien an Studenten des Aramäischen notwendig, um zu beginnen, eine wissenschaftliche Personaldecke aufzubauen, mit der mittelfristig die wissenschaftliche Arbeit an der Aramäischen Sprache und ihrer Entwicklung zu einer modernen Verkehrs-/Standardsprache geleistet werden kann.
    Hier bemüht sich die Stiftung, private Förderer zu finden.
  8. Gewinnung politischer Unterstützung für die Bewahrung des Aramäischen

    Die Stiftung hat im Jahre 2007 Anstrengungen unternommen, politische Unterst ützung für das Anliegen zu gewinnen, Aramäisch in die Charta der europäischen Regional- und Minderheitensprachen aufzunehmen und ihm damit einen anerkannten Status als Minderheitensprache in Europa zu verschaffen. Auf eine entsprechende Aufforderung hin aus dem Bundestag hat die Stiftung Ende September 2007 an interessierte Bundestagsabgeordnete den Entwurf für einen Bundestagsantrag zur Gewährung des Status einer europäischen Minderheitensprache für Aramäisch übergeben.

    [Entwurf eines Antrags an den Deutschen Bundestag >>]
    [Anmerkungen zum Entwurf >>]

  9. Wissenschaftliches Kolloquium "3000 Jahre Aramäisch Sprache und Kultur"

    Die Stiftung beteiligte sich an dem erfolgreich verlaufenen wissenschaftlichen Kolloquium "3000 Jahre Aramäisch - Sprache und Kultur", das vom "Seminar für Semitistik und Arabistik in der Freien Universität zu Berlin" gemeinsam mit der "Fundatio Nisibinensis - Gesellschaft zur Förderung Aramäsicher Studien e.V." am 19.4.2008 in Berlin veranstaltet wurde. In ihrem Redebeitrag zeigte die Stiftung Wege und Möglichkeiten auf, gemeinsame praktische Schritte zur Bewahrung der aramäischen Sprache und Kultur unter den Bedingungen der Diaspora zu unternehmen.

    [Redebeitrag der Stiftung auf dem Kolloquium >>]
  10. Verein "Hilfe für das Aramäerdorf Maaloula" e.V. im Dezember 2013 mit Sitz in Heidelberg gegründet.

    Prof. Dr. Werner Arnold, Prof. Dr. Shabo Talay, Prof. Dr. rer.nat Anton Escher, Prof. Dr. Johannes Heil, Joachim Gerhard, Rahim Arnold u.a. haben zur Unterstützung der vertriebenen Aramäer aus Maaloula einen Hilfeverein gegründet.
    Sie schreiben auf ihrer Webseite dazu:
    "Wir sind Freunde des Aramäerdorfes Maaloula in Syrien, die längere Zeit dort gelebt und geforscht haben oder mit der aramäischen Kultur und Sprache eng verbunden sind. Unserer Gruppe haben sich Freunde angeschlossen, die Maaloula besucht haben oder das Dorf aus Büchern und Erzählungen kennen und so eine besondere Zuneigung zu diesem einzigartigen Dorf empfinden.

    Die Vertreibung der Aramäer aus Maaloula durch islamistische Rebellen hat uns mit Schmerz und Trauer erfüllt. Maaloula hat von den kargen Erträgen seiner Landwirtschaft gelebt und von den bescheidenen Ausgaben der Touristen, die Maaloula besuchten, um die Sprache Jesu Christi zu hören. Heute leben die Flüchtlinge bei Verwandten und in Klöstern in Damaskus und haben keinerlei Einkommen mehr.

    Es ist unsere Herzensangelegenheit, einen Beitrag zum Lebensunterhalt der Aramäer von Maaloula zu leisten, solange sie als Flüchtlinge in Damaskus leben. Wir hoffen, dass sie eines Tages zurückkehren können und dass wir die Mittel haben werden, beim Wiederaufbau ihres Dorfes zu helfen. Nur so werden die aramäische Sprache und Kultur dort erhalten bleiben, wo sie jahrtausendelang existierten."


    Alles weitere zu dieser Initiative und wie Sie helfen können, finden Sie auf der Webseite des Vereins: Friends of Maaloula www.maaloula.de

  11. Stiften ist Weitsicht

    Unter dem Motto „Stiften ist Weitsicht“ lud das Deutsche Stiftungszentrum am 04. September 2012 zum Stiftertag nach Berlin ein. Schirmherr der Veranstaltung war Bundespräsident Joachim Gauck der die Stifterinnen und Stifter im Schloss Bellevue zum Empfang begrüßte.
    Unter den geladenen Stiftungen befand sich auch die Stiftung für Aramäische Studien –Nisibin, die am 4. Mai 2010 unter Beteiligung der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes gegründet wurde. Die Wünsche des Bundespräsidenten nahm im Namen der Stiftung für Aramäische Studien - Nisibin, die Stifterin Frau Dr. Selva Can entgegen.
    Weitere Informationen und Fotos können auf der Webseite der Stiftung für Aramäische Studien – Nisibin eingesehen werden: http://www.nisibin.de/service/presse/stiftertag-2012.

  12. Dokumentarfilmvorführung

    FilmvorführungEine Vorführung des Dokumentarfilms „Die Rückkehr der Aramäer“, fand auf Initiative der aramäischen Jugend und mit Unterstützung der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes, am 2. September 2012, 15 Uhr, in Berlin, in den Räumen der Mor Izozoyel Gemeinde der Syrisch Orthodoxen Kirche, vor mehr als 100 erschienenen Gästen statt.

    An dieser Filmvorführung nahmen die Regisseurin Frau Anja Reiß und der Produzent des Films teil. Frau Dr. Selva Can vertrat die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes. Der Gemeindepfarrer von Mor Izozoyel, Abuna Numan und der Pfarrer der Gemeinde Mor Dodo, Abuna Saliba waren ebenfalls anwesend.

    Durch die atmosphärisch angenehme Veranstaltung führte Daniyel Akalan, der auch die anschließende kurze Diskussion mit der Regisseurin moderierte.

    Filmvorführung Filmvorführung

  13. Bundestagsdebatte am 26.4.2012 zum Antrag der Fraktionen von CDU/CSU und FDP „Fortbestand des Klosters Mor Gabriel sicherstellen“ (Drucksache 17/9185 vom 27.03.2012)

    Unter dem Tagesordnungspunkt 11 fand am Abend des 26.4. 2012 die Debatte im Bundestag zu dem Antrag der beiden Koalitionsfraktionen statt. An der Debatte beteiligten sich Vertreter aller im Bundestag vertretenen Parteien (Pascal Kober-FDP, Angelika Graf-SPD, Erika Steinbach-CDU/CSU, Lukrezia Jochimsen-LINKE, Ute Granold-CDU/CSU, Josef Phillip Winkler-Bd.90/Grüne). Sie begrüßten, dass erstmalig eine Debatte zu dieser wichtigen Frage im Parlament stattfinde und waren sich in der Auffassung einig, dass Mor Gabriel unbedingt erhalten werden muss und ein Symbol und Gradmesser für den Umgang der Türkei mit den Minderheitenrechten und der Religionsfreiheit darstellt. In diesem Sinne müsse weiter auf die Türkei eingewirkt werden, auch im Hinblick auf die EU-Beitrittsverhandlungen. Es wurde aber deutlich, dass ein direktes Einwirken auf die Prozesse gegen Mor Gabriel nicht möglich ist. Es könne und müsse weiter an die Türkei appelliert und ihr gegenüber weiter auf der Einhaltung von internationalen Vereinbarungen über Religionsfreiheit, Menschen- und Minderheitenrechte bestanden werden.

    Seitens der Opposition wurde kritisiert, dass der nun vorliegende Antrag an die Bundesregierung nicht wesentlich über den 2009 im Bundestag eingebrachten Antrag zu Mor Gabriel hinausgehe und die Koalitionsfraktionen es versäumt hätten, mit einem koalitionsübergreifenden Antrag ein deutlicheres Zeichen an die Türkei zu senden. Das Papier wurde in die Ausschüsse verwiesen, was doch noch die Möglichkeit eines koalitionsübergreifenden Antrags eröffnet.

    Die Debatte wurde auf Einladung der CDU/CSU-Fraktion von einer Delegation der „Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes“ verfolgt, die zugleich im Namen der „Föderation der Aramäer(Suryoye) in Deutschland“ auftrat. Die Vorsitzende der Stiftung, Frau Dr. Selva Can, wurde nach einem Hinweis von MdB Erika Steinbach auf die Anwesenheit von Vertretern der aramäischen Gemeinschaft von den Abgeordneten mit einem Applaus begrüßt.

    Im Vorfeld der Debatte fand am Vormittag um 11.00 Uhr eine gemeinsame Pressekonferenz der MdB Ute Granold und Erika Steinbach statt, in der die eindeutige Haltung zu Mor Gabriel zum Ausdruck gebracht wurde.

    Für den Einsatz der Fraktionen für den Erhalt des Klosters Mor Gabriel und damit den Schutz der Minderheiten- und Menschenrechte der Aramäer in der Türkei danken wir und hoffen weiterhin auf entschlossene, parlamentarische Unterstützung.

    Die Drucksache 17/9185 finden sie unter folgendem Link: http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/091/1709185.pdf

  14. Dokumentarfilmprojekt „Die Rückkehrer“ von Anja Reiß

    Studenten und Absolventen der Filmakademie Baden-Württemberg arbeiten momentan an einem Dokumentarfilmprojekt unter dem Titel "DIE RÜCKKEHRER". In diesem Dokumentarfilm soll es um die christlichen Aramäer gehen, die in die Türkei zurückkehren, um dort zu leben und ihre christlichen Kirchen wiederaufzubauen. Der Film wird vom März bis Mai 2011 in Deutschland und der Türkei gedreht. 
    Die Regisseurin des Films ist Anja Reiß (Deutscher Wirtschaftsfilmpreis - Trägerin 2009), Produzenten sind Leonid Godik und Márk Szilágyi, an der Kamera stehen Pedram Noutasch und Markus Nestroy und die Montage liegt in den Händen von Jann Anderegg.
     
    Die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes unterstützt dieses Projekt ideell und finanziell.

  15. Stiftung beteiligt sich weiterhin an Aktivitäten zur Rettung von Mor Gabriel

    2010 stand auch im Zeichen der Bewahrung und des Schutzes des in seiner Existenz bedrohten 1600 Jahre alten Klosters Mor Gabriel im Tur Abdin. Die Stiftung hat sich hier weiterhin engagiert und zu allen Fraktionen im Bundestag Kontakt gehalten, um politische Unterstützung für Mor Gabriel zu mobilisieren.
    Ein Höhepunkt dieses Engagements war ein Gespräch am 01.12.2010 mit den Bundestagsabgeordneten Ingrid Fischbach und Dr. Maria Flachsbarth. Die aramäische Seite wurde durch den Bundesvorstand der FASD und die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes vertreten.
    Die FASD war mit dem Bundesvorsitzenden Daniyel Demir und dem Generalsekretär Ohanes Altunkaya präsent. Frau Dr. Selva Can, Frank Seltmann und Hans-Horst Bethge repräsentierten die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes, welche dieses Treffen initiiert hatte.

    Zentrale Themen des Treffens waren die aktuelle Situation rund um das Kloster Mor Gabriel, damit einhergehend der Rechtsstatus der Aramäer und die nicht gewährten Minderheitenrechte in der Türkei im Zusammenhang mit den EU-Beitrittsverhandlungen, wie auch die besorgniserregende Situation der Aramäer im Irak.

    Frau Fischbach und Frau Dr. Flachsbarth zeigten bei der Darlegung der aktuellen Situation um Mor Gabriel große Aufmerksamkeit und Empathie und erklärten ihre vollste Unterstützung. Beide werden sich verstärkt inner- und außerhalb der CDU/CSU-Fraktion für die Belange der in der Türkei lebenden Aramäer, insbesondere im Hinblick auf das Klosters Mor Gabriel, engagieren. 
    Zur Fortführung der Zusammenarbeit ist Anfang 2011 ein nächstes Treffen geplant.

    Am 29.09.2010 hat die Fraktion DIE LINKE im Bundestag eine Kleine Anfrage (Drucksache 17/3095) zur aktuellen Situation des Klosters Mor Gabriel gestellt, die von der Bundesregierung am 13.10.2010 (Drucksache 17/3320) beantwortet wurde.

  16. Neue aramäische Stiftung gegründet

    Am 20. März 2010 wurde in Bochum eine neue aramäische Stiftung gegründet, die Fundatio Nisibinensis – Stiftung für Aramäische Studien, die in den Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft aufgenommen werden wird. Eine der 7 Gründer der Stiftung ist Frau Dr. Selva Can, die die Kompetenz der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes in das Stiftungsgeschäft einbringt. Herr Simon Can wurde in den Vorstand der neuen Stiftung gewählt.

    Mit der Stiftung für Aramäische Studien werden die strukturellen und finanziellen Voraussetzungen für ein Institut für Aramäische Studien geschaffen. Eine Institutsgründung, die auch seit ihrem Bestehen Ziel der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes ist.
    An diesem Institut werden Forschungen über die Geschichte, Religion, Sprache, Literatur und Kultur der Aramäer angeregt. Die Forschungen selbst, die Publikationen, die kulturellen Veranstaltungen und die Bildungsaufgaben des Instituts werden zur Stärkung und Stabilisierung des Lebens der Aramäer in Deutschland beitragen.

    Pressemitteilung (PDF-Datei, 14 kb) >>

  17. Treffen Berliner Akademikern aramäischer Herkunft

    AkademikerEin Treffen von Berliner Akademikern aramäischer Herkunft fand am 15. Januar 2010, im Pestalozzi-Fröbel-Haus, in Berlin Schöneberg statt. Die Begegnung von jüngeren und älteren aramäischen Akademikern war auf Einladung der Syriac Universal Alliance (SUA/Weltverband der Aramäer) und der Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes zu Stande gekommen. Etwa ein Viertel der in Berlin lebenden aramäischen Akademiker nahm an der Veranstaltung teil.

    Johny Messo, der Präsident der Syriac Universal Alliance, erläuterte in einem Einführungsvortrag die Arbeit, Probleme und Vorhaben des Weltverbandes. Einen zweiten Vortrag hielt Frau Dr. Selva Can über die Arbeitsziele des SUA Komitees für den Erhalt und die Förderung des Aramäischen Kulturerbes. Herr Simon Can, der Koordinator dieses Komitees, der diesen Vortrag ursprünglich halten wollte, war kurzfristig erkrankt und konnte somit nicht an der Veranstaltung teilnehmen.
    In der anschließenden lebhaften Diskussion tauschten sich die Anwesenden über mögliche aramäische Initiativen in Berlin aus. Hier nur einige Stichworte dazu:

    • Dialog für gemeinsame nachhaltige Projekte für den Erhalt der aramäischen Sprache und Kultur
    • Forderung Aramäisch als anerkannte Minderheitensprache in Europa zu etablieren
    • Aufbau wissenschaftlicher Kapazitäten für Forschungsarbeiten an und mit der Aramäischen Sprache
    • Schaffung von Grundlagen für die Erarbeitung von Lehrmaterialien und für die Ausbildung von Lehrkräften
    • Einrichtung einer zweisprachigen deutsch-aramäischen Kita
    • Öffentlichkeit über die Bedrohung für das aramäische Kulturerbe informieren, u.a. Ausrichtung von Ausstellungen und Nutzung internationaler Veranstaltungen, z.B. Ben-Hur-Event (Sprache der Schauspieler ist Aramäisch), das 2009/2010 in verschiedenen europäischen Ländern gezeigt wird, vom 2. bis 4. September 2010 auch in Berlin
    • Erstellung und Herausgabe einer Broschüre „Aramäer in Berlin“
    • Einrichtung einer ständigen Gesprächsplattform für den Gedankenaustausch zwischen aramäischen Akademikern

    Ein weiteres Thema betraf die Frage des Vertrauens zwischen den aramäischen Akteuren in Berlin. Nach Meinung von Diskutanten sind hier noch einige Hürden zu überwinden und Barrieren einzureißen, um auf vertrauensvoller Basis gemeinsam agieren zu können.

  18. Die kleine Raupe Nimmersatt

    Die Stiftung unterstützte 2009 den Druck des Kinderbuches „Die kleine Raupe Nimmersatt“ von Eric Carle, das von Frau Havo-Eva Akyüz in deutscher und aramäischer Sprache publiziert wurde, mit 1.000,00 €. Damit wurde wieder ein Projekt realisiert, dass einen weiteren Schritt in Richtung der besseren bilingualen Erziehung unserer Kinder verkörpert. Für uns ist Sprache Träger von Kultur und Kulturerbe und gleichzeitig Vermittler zwischen den Kulturen. Die Stiftung würde sich sehr freuen, wenn diese Publikation neben der aramäischen Variante des „Kleinen Prinzen“ einen Baustein bilden könnte für zukünftige zweisprachige deutsch-aramäische Kindertagesstätten. Wir meinen, dies wäre ein wichtiger Weg zur Bewahrung unserer Sprache unter den nachwachsenden Generationen in der Diaspora. Projekte in dieser Richtung werden immer die Unterstützung der Stiftung finden.

    Das Buch ist momentan über die E-mail havomirko@yahoo.de bestellbar. Außerdem ist es im Shop Suryoyena (http://www.suryoyena.org/portal.php) und in Yauno (http://www.yauno.com/) erhältlich.

    Cover 'Die kleine Raupe'

  19. Buchpräsentation

    Die Stiftung zum Erhalt und zur Förderung des Aramäischen Kulturerbes hatte in Zusammenarbeit mit der Handschriftensammlung der Orientabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin, am Freitag, den 15. Mai 2009, zu einer exklusiven Präsentation einiger Hauptwerke aus der hervorragenden Sammlung der Orientabteilung eingeladen. An der Präsentation nahmen der Vorstand der Stiftung, Teilnehmer am Seminar für Aramäische Studien und Pfarrer der syrisch-orthodoxen Berliner Gemeinden teil.

    Gezeigt wurden z. B. ein Syrisches Evangeliar zu den Festen des Kirchenjahres aus dem Tur Abdin. Die einmalige Prachthandschrift ist mit reichem Buchschmuck ausgestattet. Die fünf voll verzierten Doppelseiten mit dem Inhaltsverzeichnis bilden ein hervorragendes Beispiel für die Buchkunst aus den syrischen Klöstern. Außerdem konnten wir einige sehr frühe syrische Handschriften sehen, so beispielsweise den Codex Meerman, der aus dem 5. Jahrhundert stammt und einige andere textgeschichtlich und historisch bedeutsame Manuskripte aus der Sammlung Sachau.

    Im Auftrage der Generaldirektion der Staatsbibliothek zu Berlin wurde diese Präsentation von der für die Sammlung zuständigen Mitarbeiterin, Frau Petra Figeac, durchgeführt.

    Handschriftenliste der Buchpräsentation am 15. Mai 2009

    Signatur

    Katalog

    Info

    Datierung

    Phillipps 1388

    Sachau 7

    eine der wichtigsten syrischen Handschriften;
    Biblisch
    Canones von Eusebius

    5. Jahrhundert
    eine der ältesten Handschriften. überhaupt!!!
    Estrangelo

    Sachau 304

    Sachau 14

    Liturgie; Evangeliar – Miniaturen

    13. Jh.

    Sachau 350

    Sachau 17

    Kirchliche Poesie aus dem Tur Abdin

    14. Jh.

    Petermann I 17

    Sachau 222

    Petermann;
    Grammatik

    18. Jh.